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Welche Band sorgte 2003 in den USA mit politischen Äusserungen für einen Skandal?

Die Dixie Chicks

Dixie Chicks live in Austin, Texas (2006)

Die Dixie Chicks sind eine US-amerikanische Country-Band, die 1989 in Dallas, Texas, gegründet wurde. Die Schwestern Emily Robison(Gitarre, Dobro und Banjo) und Martie Maguire (Geige und Mandoline) sind vielseitige Musikerinnen, die Leadsängerin Natalie Maines hat eine prägnante Stimme. Typisch für die Band ist der Satzgesang der drei Frauen.

Ihre Mischung aus Bluegrass und Mainstream-Country-Musik sprach ein breites Spektrum von Country-Fans an, mittlerweile hat sich die Gruppe mehr in Richtung Rock beziehungsweise Popmusik entwickelt. Die Dixie Chicks haben bis heute mehr als 30,5 Millionen Alben in den USA verkauft, was sie zur erfolgreichsten Frauenband des Landes macht.

Die Dixie Chicks greifen auch gesellschaftlich strittige Themen in ihren Liedern auf. Für Irritationen bei konservativen Country-Fans sorgte bereits Goodbye Earl, ein Stück aus ihrer CD Fly, das die erfolgreiche Rache zweier Freundinnen an einem prügelnden Ehemann beschreibt.

Für einen nachhaltigen Skandal sorgte Natalie Maines schließlich im Frühjahr 2003, als sie während eines Konzertes am 10. März in London äußerte, die Band sei „beschämt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas stamme“. Maines stammt aus Lubbock, Texas. Dies sorgte für Empörung, wobei es in der Folgezeit zu Boykottaufrufen unter konservativen Countryfans und in den US-amerikanischen Medien kam, vor allem seitens des Medienunternehmens Clear Channel, das bestimmend für das Airplay von Countrymusik in den USA ist. Die Sängerin versuchte am 12. März 2003 die Wogen zu glätten, indem sie unter anderem sagte: „Ich glaube, der Präsident ignoriert die Meinung vieler US-Amerikaner und befremdet den Rest der Welt.“ Doch dies war ihren Kritikern nicht genug, und zwei Tage später fügte sie hinzu:

“As a concerned American citizen, I apologize to President Bush because my remark was disrespectful. I feel that whoever holds that office should be treated with the utmost respect. We are currently in Europe and witnessing a huge anti-American sentiment as a result of the perceived rush to war. While war may remain a viable option, as a mother, I just want to see every possible alternative exhausted before children and American soldiers’ lives are lost. I love my country. I am a proud American.”

„Als besorgte amerikanische Bürgerin entschuldige ich mich bei Präsident Bush, weil meine Bemerkung respektlos war. Ich denke, wer immer dieses Amt innehat, sollte mit dem größtmöglichen Respekt behandelt werden. Wir befinden uns derzeit in Europa und sehen die gewaltigen anti-amerikanischen Ressentiments, die wohl eine Folge des nach europäischer Wahrnehmung übereilten militärischen Vorgehens der US-Regierung im Irak sind. Krieg bleibt zwar eine Option, doch als Mutter möchte ich jede mögliche Alternative ausgeschöpft sehen, bevor die Leben von Kindern und amerikanischen Soldaten verloren gehen. Ich liebe mein Land. Ich bin eine stolze Amerikanerin.“

– Natalie Maines

Martie Maguire

Viele Fans blieben verärgert und setzten den Boykott der Dixie Chicks und der Radiostationen, die ihre Musik spielten, fort. Als Zeichen ihrer Ablehnung wurden ehemalige Dixie-Chicks-Fans aufgerufen, ihre CDs gemeinsam von einem Bulldozer niederwalzen zu lassen. Andere ihrer Fans waren enttäuscht, dass sich die Sängerin entschuldigt hatte. Als Folge des medialen Aufruhrs, der unter anderem auch anonyme Morddrohungen zur Folge hatte, mussten die Künstlerinnen schließlich um ihre Sicherheit und die ihrer Familien bangen. Die Gruppe erfuhr allerdings auch Unterstützung seitens Kollegen wie beispielsweise Bruce Springsteen sowie Madonna, die öffentlich für das Recht auf freie Meinungsäußerung eintraten. Auch Präsident Bush selbst äußerte sich dahingehend, merkte aber zugleich an, dass die Meinungsfreiheit ebenso für die Kritiker der Dixie Chicks gelte.

Am 24. April 2003 starteten die Dixie Chicks eine Medienkampagne, um ihre Standpunkte darzulegen. Während eines Hauptabendinterviews mit Diane Sawyer gab Maines an, stolz auf ihre ursprüngliche Aussage zu sein. Am 2. Mai erschien die Band nackt (mit verdeckten Geschlechtsteilen) auf der Titelseite der Zeitschrift Entertainment Weekly, bemalt mit Sprüchen wie „Traitors“ (Verräter), „Saddam’s Angels“ (Saddams Engel), „Dixie Sluts“ (Südstaatenschlampen oder -flittchen), „Proud Americans“ (stolze Amerikaner), „Hero“ (Held), „Free Speech“ (freie Meinungsäußerung) und „Brave“ (mutig).

Das erste Konzert der nächsten Tournee fand am 1. Mai 2003 in Greenville, South Carolina, statt, war mit 15.000 Besuchern ausverkauft und bekam gute Kritiken. Die Musikerinnen hatten sich bereits auf Widerstand gefasst gemacht, und Natalie Maines forderte diejenigen, die gekommen seien, um sie auszubuhen, auf, dies zu tun, doch die Zuschauer jubelten.

Dennoch blieben die Ansichten über die Band kontrovers. Am 6. Mai 2003 entließ eine Radiostation in Colorado zwei ihrer Discjockeys, die trotz Verbots Musik der Dixie Chicks gespielt hatten. Am 22. Mai kamen Buhrufe während der Verleihung der Preise der Akademie der Country-Musik (ACM) in Las Vegas auf, als die Gruppe für den Preis „Entertainer des Jahres“ nominiert wurde. Gewonnen hat den Preis schließlich Toby Keith, ein ausgesprochener Kritiker der Band. Die Dixie Chicks hatten in Interviewaussagen offen sein Lied Courtesy Of The Red, White And Blue (The Angry American) (2002) kritisiert. Diesen Song über die Terroranschläge vom 11. September 2001 – ein leidenschaftliches und patriotisches Bekenntnis zu den USA und zur Politik der Bush-Regierung – empfanden die Dixie Chicks als plump, staatstragend und somit den geplanten Krieg gegen den Irak rechtfertigend. Nach längerem medialen Schlagabtausch zwischen der Band und Keith trug Natalie Maines während eines Fernsehauftritts ein T-Shirt mit der Aufschrift „F.U.T.K“, was als „Fuck You, Toby Keith“ interpretiert wurde.

Im Herbst 2003 traten die Dixie Chicks in einem Fernsehwerbespot für Lipton-Eistee auf. Darin macht die Band sich über die Spielverbote der US-amerikanischen Sender lustig: Während eines Stadionkonzertes kommt es zu einem Stromausfall, der Band gelingt es jedoch durch eine A-cappella-Version von Cowboy Take Me Away unter dem Jubel der Menge das Stadion wieder zu elektrisieren. Die Musikerinnen gingen nun zunehmend offensiver mit der Kritik um und machten immer weniger Hehl aus ihren persönlichen Auffassungen. So zeigten sie zum Beispiel während der Tour auf Videowänden Bilder von gleichgeschlechtlichen Paaren, einem im konservativen Bereich sehr kontrovers besetzten Thema. Sie nahmen auch an der „Vote for Change“-Tour im Präsidentschaftswahlkampf 2004 teil.

2006 erschien der Dokumentarfilm Dixie Chicks: Shut Up and Sing (Halt die Klappe und sing) der Regisseurinnen Barbara Kopple und Cecilia Peck über die Reaktionen konservativer Fans auf Maines’ Bush-kritische Äußerungen.

Wie heißt die Patentante von Miley Cyrus?

Dolly Rebecca Parton (* 19. Januar 1946 in Sevierville, Tennessee) ist eine US-amerikanische Country-Sängerin, Songschreiberin, Multiinstrumentalistin, Schauspielerin und Unternehmerin. Sie ist seit den 1970er Jahren eine der erfolgreichsten Sängerinnen und Songautorinnen im Bereich Country und Pop und hatte 25 Nummer-eins-, 55 Top-10- und 88 Top-40-Hits in den Country-Charts. Sie hat mehr als 100 Millionen Alben verkauft und neun Grammys erhalten.

Dolly Parton wurde 1946 als viertes von zwölf Kindern von Robert Lee Parton und Avie Lee Owens geboren und verbrachte ihre Jugend in den Smoky Mountains in Tennessee. Ihre Familie gilt als sehr musikalisch und hat viele Künstler hervorgebracht, wie zum Beispiel ihre Schwester Stella Parton, die mehrere Studioalben aufnahm und ihren Bruder Randy Parton, ebenfalls Sänger. Früh entdeckt und gefördert wurde Partons Talent von ihrem Onkel Bill Owens, der sie zu Teilnahmen an unterschiedlichen Radiosendungen und Fernsehshows ermutigte.

In einem ihrer größten Hits, dem 1971 veröffentlichten Coat of Many Colors, berichtet sie von den ärmlichen, aber dennoch glücklichen Lebensumständen ihrer Kindheit. Im Alter von sieben Jahren lernte sie Gitarre spielen. Drei Jahre später trat sie zum ersten Mal öffentlich in Knoxville in einer Fernsehshow des Geschäftsmanns und Politikers Cas Walker auf. Am 30. Mai 1966 heiratete Parton in Ringgold, Georgia, Carl Dean, einen Bauunternehmer, den sie in einem Waschsalon kennengelernt hatte und mit dem sie bis heute verheiratet ist. Dean mied von Anfang an die Öffentlichkeit und gab nie Interviews. Parton ist die Patentante der Schauspielerin und Sängerin Miley Cyrus.

Dolly Parton steht dazu, ihr Aussehen seit ihrem 22. Lebensjahr mit Schönheitsoperationen zu optimieren und geht damit mit großer Selbstironie um. Sie möchte weiterhin mit plastischer Chirurgie altersbedingte Veränderungen aufhalten. Bis heute gab sie dafür 600.000 Dollar aus.

2020 startet sie die #DollyPartonChallenge im Netz, bei dem sich die Teilnehmer mit einer Collage aus vier unterschiedlichen Fotos selbst darstellen, die alle stereotyp zu einem von vier verschiedenen sozialen Netzwerken Linkedin, Facebook, Instagram und Tinder passen. Dazu postete sie den Kommentar: „Such dir eine Frau, die alles kann.“. Über 200.000 User griffen dies auf, darunter auch zahlreiche Prominente (u. a. Will Smith, Arnold Schwarzenegger, Miley Cyrus, Mark Ruffalo, Jennifer Garner, Ellen DeGeneres, Kerry Washington, Jimmy Fallon, Martha Stewart, Conan O’Brien, Jessica Chastain, Janet Jackson, Oprah). Dolly Parton selbst hat 2,8 Millionen Follower bei Instagram.

Welches Lied verbindet man mit dem Film „Die Reifeprüfung“?

Mrs. Robinson ist ein Lied des US-amerikanischen Folk-Rock-Duos Simon & Garfunkel. Im April 1968 als Single veröffentlicht, war es nach The Sounds of Silence von 1965 der zweite Nummer-eins-Hit von Simon & Garfunkel in deren Heimatland. Eine frühe Version des von Paul Simon geschriebenen Liedes war im Film Die Reifeprüfung von 1967 zu hören und erschien im Januar 1968 auf dem zugehörigen Soundtrack. Die endgültige Fassung erschien im April 1968 auf dem Album Bookends. Das Lied wurde mit zwei Grammy Awards ausgezeichnet.

Und hier zum Mitsingen:

And here’s to you, Mrs. Robinson
Jesus loves you more than you will know 
Whoa, whoa, whoa
God bless you, please, Mrs. Robinson
Heaven holds a place for those who pray 
Hey, hey, hey
Hey, hey, hey

We’d like to know a little bit about you for our files
We’d like to help you learn to help yourself
Look around you all you see are sympathetic eyes
Stroll around the grounds until you feel at home

And here’s to you, Mrs. Robinson
Jesus loves you more than you will know 
Whoa, whoa, whoa
God bless you, please, Mrs. Robinson
Heaven holds a place for those who pray 
Hey, hey, hey
Hey, hey, hey

Hide it in the hiding place where no one ever goes
Put it in your pantry with your cupcakes
It’s a little secret just the Robinson’s affair
Most of all you’ve got to hide it from the kids

Koo-koo-ka-choo, Mrs. Robinson
Jesus loves you more than you will know
Whoa, whoa, whoa
God bless you, please, Mrs. Robinson
Heaven holds a place for those who pray
Hey, hey, hey
Hey, hey, hey

Sitting on a sofa on a Sunday afternoon
Going to the candidates‘ debate
Laugh about it, shout about it
When you’ve got to choose
Every way you look at this you lose

Where have you gone, Joe DiMaggio?
Our nation turns its lonely eyes to you
Woo, woo, woo
What’s that you say, Mrs. Robinson?
Jolting Joe has left and gone away
Hey, hey, hey
Hey, hey, hey

Welcher Song beginnt mit der Zeile „On a dark desert highway“?

Hotel California ist ein Song der kalifornischen Band Eagles. Er erschien zunächst im Dezember 1976 auf ihrem gleichnamigen fünften Album; die Veröffentlichung als Single mit der B-Seite Pretty Maids All in a Row folgte am 22. Februar 1977. Eine akustische Unplugged-Version wurde 1994 auf dem Live-Album Hell Freezes Over Live herausgebracht.

In Hotel California stellen sich die vermeintlichen Ideale des American Dream bei näherer Betrachtung als Albtraum heraus. Insbesondere werden die Dekadenz und der Verfall des American Way of Life in den siebziger Jahren angesprochen.

Auf dem Albumcover ist das Beverly Hills Hotel in Los Angeles abgebildet. Die Bandmitglieder dementierten jedoch mehrfach, dass das Lied auf ein real existierendes Hotel California Bezug nimmt. Als eine mögliche Inspirationsquelle wird auch das Chateau Marmont Hotel genannt, in dem zahlreiche Rockstars abstiegen. Auch das Hotel California im mexikanischen Todos Santos gilt als mögliche Inspirationsquelle für den Song. Don Henley dementierte jedoch auch hier ausdrücklich, dass dies der Fall gewesen sei und eher der Erfolg des Liedes die damaligen Hotelbesitzer dazu bewogen habe, diese Verbindung nachträglich ins Leben zu rufen. Zwischenzeitlich hatten die Eagles die Hotelleitung wegen fortgesetzter Falschaussagen hierüber verklagt. Die juristische Auseinandersetzung ist jedoch mit einem Vergleich eingestellt worden.

Der mehrdeutige Text hat diverse Auslegungen entstehen lassen. So soll es sich beim Hotel California unter anderem um eine Hippie-Sekte, eine Gemeinschaft von Satanisten um Anton Szandor LaVey oder um eine geschlossene psychiatrische Einrichtung handeln, aus der kein Entkommen möglich ist.

Eine andere Interpretation sieht das Hotel California als Metapher für Drogensucht. Genau wie bei dieser scheint das Hotel jeden Wunsch zu erfüllen, doch man kann es nicht mehr verlassen, genauso wie man von Drogen abhängig wird. Die Zeilen “And still those voices are calling from far away, Wake you up in the middle of the night” verdeutliche die Sucht, die dem Protagonisten keine Ruhe mehr lässt. Auf selbiges deute auch der letzte Satz des Songs hin: “We are programmed to receive, you can checkout any time you like, but you can never leave!” Don Felder, Co-Autor des Songs, schrieb in seiner Autobiografie, Hotel California sei immer das, was die Menschen darin sehen möchten.

Und hier der komplette Songtext zum Mitsingen 😉

On a dark desert highway, cool wind in my hair
Warm smell of colitas, rising up through the air
Up ahead in the distance, I saw a shimmering light
My head grew heavy and my sight grew dim
I had to stop for the night.

There she stood in the doorway;
I heard the mission bell
And I was thinking to myself
‚This could be heaven or this could be Hell‘
Then she lit up a candle and she showed me the way
There were voices down the corridor,
I thought I heard them say

Welcome to the Hotel California
Such a lovely place (such a lovely place)
Such a lovely face.
Plenty of room at the Hotel California
Any time of year (any time of year) you can find it here

Her mind is Tiffany-twisted, she got the Mercedes bends
She got a lot of pretty, pretty boys, that she calls friends
How they dance in the courtyard, sweet summer sweat
Some dance to remember, some dance to forget

So I called up the Captain,
‚Please bring me my wine‘
He said, ‚we haven’t had that spirit here since nineteen sixty-nine‘
And still those voices are calling from far away,
Wake you up in the middle of the night
Just to hear them say“

Welcome to the Hotel California
Such a lovely place (such a lovely place)
Such a lovely face.
They livin‘ it up at the Hotel California
What a nice surprise (what a nice surprise), bring your alibis

Mirrors on the ceiling,
The pink champagne on ice
And she said, ‚we are all just prisoners here, of our own device‘
And in the master’s chambers,
They gathered for the feast
They stab it with their steely knives,
But they just can’t kill the beast

Last thing I remember, I was
Running for the door
I had to find the passage back to the place I was before
‚Relax‘ said the night man,
‚We are programmed to receive.
You can check out any time you like,
But you can never leave!‘

Welche Band hat 2018 den Song „In a million ways“ veröffentlicht?

Kaum zu glauben: Fluru stammt aus Schweden, dabei klingt ihr Country-Folk-Pop durch und durch amerikanisch. Das Ehepaar Malin (Gesang) und Claes Hässlemark (Gesang, Gitarren und Keyboards) haben eine Vision des Americana-Sounds, der klar wie ein Gebirgsbach, perlend wie ein Wasserfall und stets ausgeglichen ist. Bei der Verwirklichung dieser Vorstellung werden die Beiden von Nicklas Poress (Gesang, Gitarre), Robin Mossberg (Bass), Jesper Lönn (Schlagzeug und Percussion), Jonatan Eklund (Dobro und Steel Guitar) sowie Ola Gustafson (Steel Guitar) unterstützt. Fluru heißt so viel wie zottelig oder verwuschelt, aber eigentlich könnte der Name aufgrund des Klangbildes ein anderer Begriff für Schönheit sein. Denn saubere Harmonien, glänzende Instrumenteneinsätze, eine tadellose Produktion und klare Stimmen bestimmen den Sound.

„In A Million Ways“ wird von perfektem Accapella-Gruppen-Gesang eingeleitet, bevor Malin den besinnlichen, aber starken Lead-Gesang übernimmt. Der Track rochiert dann zwischen Folk und Country sowie zwischen Ballade und Mid-Tempo. Die sehnsuchtsvolle Ballade „Where The Wild Things Grow“ lässt Erinnerungen an die großartige, fast vergessene Kate Wolf aufkommen, die mit ihrer gefühlvollen Musik Steine zum Weinen bringen konnte. Exakt gepickte Gitarren, eine sehnsüchtige Steel-Guitar, ein vornehm grummelnder Bass und lebendige Drums bilden danach die instrumentelle Basis des Mut machenden „Run“.

Malins klarer Folk-Gesang trifft bei „Silver Line“ auf ein intim-filigranes Country-Geflecht, dass durch brillante Steel-Guitar- und Dobro-Töne emotional aufgewertet wird. Bei „Lou“ und „Time To Be Free“ steht der berührende, optimal abgestimmte Duett-Gesang von Claes und Malin im Vordergrund. Diese Balladen treffen mitten ins Herz und suhlen sich in Wohlklang. „Before I Go“ wird mit einer ordentlichen Portion Pop im Stil von Fleetwood Macs „Rumours“ befeuert. Der Rhythmus versucht auszubrechen, aber Malins sehnsüchtiger Gesang erlaubt keine Eskapaden.

Manchmal reichen die Schwingungen, die die Musiker erzeugen, bis an die Grenze zur Sentimentalität, so wie bei „Old Fashioned Way“ und „Birthday“. Aber die Linie zur süßlich-rührseligen Schnulze wird dabei nicht überschritten. In einer besseren Welt wäre „Lay Your Body Down“ ein Top 10-Hit. Das Lied bietet alle Attribute, die eine geschmackvoll-eindringliche Komposition haben sollte: Eine verschachtelte Melodie, einen Killer-Refrain, leidenschaftlichen Gesang und ein forsches Tempo.

 

Wie heißt der erfolgreichste Song der Band „Lady Antebellum“?

Lady Antebellum ist eine US-amerikanischeCountry-Band aus Nashville. Sie wurde mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnet. Ihr erfolgreichster Song ist Need You Now.

Charles Kelley, Bruder des Popmusikers Josh Kelley, hatte bereits zwei Pop-Alben veröffentlicht, bevor er 2005 einen Neustart in Nashville versuchte. Er schloss sich mit seinem Freund Dave Haywood zusammen, später stieß noch die Sängerin Hillary Scott, die Tochter der Country-Sängerin Linda Davis, dazu.

Der Bandname entstammt der lateinischen Umschreibung für die Zeit vor einem Krieg (Antebellum); in den USA ist damit die Zeit vor dem Sezessionskrieg gemeint. Charles Kelley verwendete den Begriff während der Betrachtung von Fotos historischer Häuser; bei einer gemeinsamen Diskussion entschied die Band, noch „Lady“ voranzustellen.

Erstmals machte das Trio 2007 auf sich aufmerksam, als sie den Pianisten Jim Brickman bei dessen Hit Never Alone begleiteten. Im selben Jahr bekamen sie einen Plattenvertrag bei Capitol Records und veröffentlichten die Debütsingle Love Don’t Live Here. Sie erreichten damit Platz drei der US-Country-Charts und waren auch in den Billboard Hot 100 erfolgreich. Das nach der Band benannte Debütalbum belegte Platz eins der Country-Albumcharts und erreichte Platz vier der US-Alben-Charts. Mit der Auskopplung I Run to You erreichte die Band auch Platz eins der Country-Singlecharts. 

2008 erhielt die Band den Newcomer-Preis der Academy of Country Music für die Top New Vocal Group und wurde bei den Grammy Awards 2009 als bester neuer Künstler sowie für die beste Country-Darbietung nominiert. Ferner erhielten sie als beste Gruppe des Jahres den CMA-Award 2009 der CMA. Das Stück I Run to You erhielt bei den Grammy Awards 2010 den Grammy in der Kategorie Beste Country-Performance einer Gruppe.

Im August 2009 erschien mit Need You Now eine weitere Single, die sofort auf Platz eins der Country-Songs einstieg und auch für eine Woche in den Top fünf der Pop-Charts war. Nach der Veröffentlichung des gleichnamigen zweiten Albums im Februar 2010 stieg auch das Lied erneut in den Charts. Es erreichte drei Wochen in Folge Platz zwei und war damit einer der erfolgreichsten Country-Songs des Jahres. Das Album belegte vier Wochen Platz eins der US-Alben-Charts und war monatelang das Nummer-eins-Album im Country-Bereich. Innerhalb eines halben Jahres verkaufte es sich über drei Millionen Mal, die Single über vier Millionen Mal. Die Single-Auskopplung Our Kind of Love war nach I Run to YouNeed You Now und American Honey der vierte Nummer-eins-Hit der Band in den US-Country-Charts.

Der große Erfolg von Need You Now führte dazu, dass im Mai 2010 auch eine europaweite Veröffentlichung folgte. Single und Album konnten sich daraufhin auch in vielen europäischen Ländern in den Charts platzieren. Bei den Grammy Awards 2011 schnitt die Band mit fünf gewonnenen Preisen am erfolgreichsten ab, wobei Need You Now in den Hauptkategorien Single des Jahres und Song des Jahres sowie als bester Country-Song und als beste Country-Darbietung vier Auszeichnungen erhielt. Eine weitere Auszeichnung erhielten sie für das Country-Album des Jahres. Im September 2011 erschien in den USA das dritte Album der Gruppe mit dem Titel Own the Night. Im Mai 2013 folgte Golden; im September 2014 das Album 747.